Ohrerkrankungen - Gehörlosigkeit

Die Gehörlosigkeit wird meistens nach Grad und Art unterschieden:

• Normalhörigkeit: Ein Abweichen der Hörfähigkeit von der definierten Hörschwelle bis 25 dB liegt im Bereich der Normalhörigkeit.

• Geringgradige Schwerhörigkeit liegt bei einer Abweichung oberhalb von 25 dB vor, d.h. etwa das Ticken einer Armbanduhr oder Blätterrauschen können akustisch nicht mehr wahrgenommen werden. Die betroffene Person kann erst Töne mit einer Schallintensität von 25 bis 40 dB hören.

• Mittelgradige Schwerhörigkeit beginnt bei einem Hörverlust von 40 dB, dies entspricht etwa den Grundgeräuschen in Wohngebieten. Die betroffene Person kann erst Töne mit einer Schallintensität von 40 bis 60 dB hören.

• Hochgradige Schwerhörigkeit entsteht bei mindestens 60 dB, dann kann ein Gesprächspartner bei normaler Sprechlautstärke nicht mehr gehört werden.

• An Gehörlosigkeit grenzende Schwerhörigkeit beginnt bei einem Hörverlust von mehr als 80 dB. In diesen Fällen hört man weder laute Musik noch die Geräusche einer Autobahn. Hört man praktisch nichts mehr, ist man taub bzw. gehörlos.

Schallleitungsschwerhörigkeit 

Als Schallleitungsschwerhörigkeit werden alle
Probleme bezeichnet, die mit dem Außen- oder Innenohr zusammenhängen und eine ordnungsgemäße Schallweiterleitung verhindern. Bei der
Schallleitungsschwerhörigkeit kommt es in der Regel zu einem leichten bis mittleren Hörverlust, der im Bereich von 25 Dezibel bis 65 Dezibel
liegt. In einigen Fällen ist die Schallleitungsschwerhörigkeit
und der damit verbundene Hörverlust nur von vorübergehender Dauer und durch eine medikamentöse Behandlung oder durch einen operativen Eingriff zu beheben. 

Halten die Symptome an, so kann auch mit einem Hörgerät Abhilfe geschaffen werden. Auch ein Mittelohr-Implantat oder ein Knochenleitungs-Implantat kann bisweilen den Hörverlust ausgleichen.

Schallempfindungsschwerhörigkeit

Die Schallempfindungsschwerhörigkeit beruht auf beschädigten oder fehlenden Sinneszellen (Haarzellen) in der Cochlea des Ohres. Diese Störung wird auch als Innenohrschwerhörigkeit bezeichnet und ist in der Regel von Dauer. Diese Einschränkung des Hörvermögens reicht von leichter über mittlerer bis hin zu schwerer oder hochgradiger Schwerhörigkeit. Hier sind Hörgeräte adäquate Helfer, um den Hörverlust auszugleichen. Welches Hörgerät das richtige ist, sollte immer gemeinsam mit HNO-Arzt und Akustiker anhand der individuellen Ansprüche und persönlichen Anforderungen festgemacht werden. Generell gilt: Für nahezu alle Hörschäden lässt sich ein passendes Gerät finden.

Ein Teil der Betroffenen berichtet, dass die Schallempfindungsschwerhörigkeit nur im Hochtonbereich auftritt. Diese Ausprägung wird medizinisch als “partieller Hörverlust” bezeichnet.

Kombinierte Schwerhörigkeit

Bei der kombinierten Schwerhörigkeit liegt sowohl eine Schallleitungsschwerhörigkeit als auch eine Schallempfindungsschwerhörigkeit vor. Aus diesem Grund trägt diese Ausprägung auch den Namen “kombinierte Schwerhörigkeit”. Ursächlich für die kombinierte Schwerhörigkeit können Probleme im Außen- und Mittelohr wie auch Probleme im Innenohr sein. Durch operative Eingriffe, den Einsatz moderner Hörgeräte, Medikamente oder Mittelohr-Hörimplantate und Knochenleitungs-Implantate ist diesen Patienten gut zu helfen.

Sensorineuraler Hörverlust

Ein Sonderfall ist der sogenannte sensorineurale Hörverlust. Dieser beschreibt zwei Probleme, die unterschiedliche Ursachen haben. Zum einen kommt es zu einem Verlust des neuralen Hörsinns am Hörnerv und zum anderen zu einem Verlust des sensorischen Hörsinns des Innenohrs. Die Ursachen können erworben oder kongenital (angeboren, erblich) sein. Der kogenitale Hörverlust bezeichnet eine gesundheitliche und angeborene Störung bei Säuglingen. Diese Störung kann erblich bedingt sein oder durch eine abnormale Entwicklung in den frühen Fötusphasen entstehen. Wird der Hörverlust erst nach der Geburt erworben, so sind die Ursachen vielschichtig.

Verletzungen, virale Infektionen, Lärmeinwirkungen durch Schusswaffen oder Maschinen oder ototoxisch wirkende Medikamente können das Ohr schädigen und so den Verlust des Hörsinns verursachen. Auch der altersbedingte Verlust der Hörfähigkeit kann die neurale Störung begründen. Das Problem kann sowohl in einem Ohr, aber auch in beiden Ohren auftreten. Liegt die Störung nur in einem Ohr vor, so sind Sprachprobleme indiziert. Wenn beide Ohren betroffen sind, sind Schallquellen nur schwer zu lokalisieren oder Hintergrundgeräusche nicht hörbar. Diese Art der Einschränkung tritt am häufigsten auf. Auch hier können Hörgeräte helfen, die eigene Schwerhörigkeit auszugleichen.

Neuraler Hörverlust

Der neurale Hörverlust kann auftreten, wenn der Hörnerv beschädigt ist oder fehlt. Bei dem neuralen Hörverlust handelt es sich regelmäßig um einen hochgradigen und dauerhaften Verlust des Hörvermögens. Da der Hörnerv nicht in der Lage ist, die Schallinformationen an das Gehirn weiterzuleiten, ist es kaum möglich, den Patienten mit einem Hörgerät zu helfen. In zahlreichen Fällen wird deshalb ein “ABI (Auditory Brainstem Implantat) eingesetzt.

Partieller Hörverlust

Der partielle Hörverlust wird dadurch verursacht, dass nur die Haarzellen an der Basis der Cochlea Beschädigungen aufzeigen. In dem Apex, dem innersten Teil der Cochlea, weisen die Haarzellen keine Beschädigungen auf. Der Teil der Haarzellen, der für die Verarbeitung der tiefen Töne (Tieftonbereich) verantwortlich ist, ist intakt. Um diese Fälle zu behandeln, wurde die “Elektrisch Akustische Stimulation (EAS) entwickelt.

Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung

Die auditive Wahrnehmungsstörung (AVWS) bezeichnet Höreinschränkungen, deren Ursache nicht in der Verminderung des peripheren Gehörs begründet ist. Das Hörorgan selbst ist nicht betroffen. Um diese Störung zu diagnostizieren, müssen zwei auditive Teilbereiche deutliche Abweichungen vom signifikanten Normwert zeigen. Zum einen ist die Schall-Lokalisation gestört. Diese ist nur möglich, wenn beide Ohren zusammenarbeiten. Die Zeit- und Pegeldifferenzen zwischen den Ohren werden in der Hörbahn ausgewertet.

Die auditive Selektion ermöglicht das Herausfiltern von Sprachsignalen aus unterschiedlichen Geräuschen. Das tritt auf, wenn mehrere Personen sprechen. Die komplexe Leistung des zentralen auditiven Systems ist gestört. Bei dieser Störung spricht man auch von dem “Cocktail-Party-Effekt”. Dies ist allerdings nicht mit einem Hörsturz zu verwechseln, der viele Ursachen haben kann und nur von partieller Einschränkung gekennzeichnet ist.

Hörsturz

Druck auf dem Ohr, Hörsturz und Tinnitus werden häufig in einem Atemzug genannt und oft als Bezeichnung desselben Krankheitsbilds verwendet. Dabei treten zwar Tinnitus und Hörsturz manchmal gemeinsam auf und die Symptome, unter denen die Betroffenen leiden, ähneln sich. Trotzdem ist ein Hörsturz nicht dasselbe wie ein Tinnitus: Ein Tinnitus ist ein Symptom, ein Hörsturz eine Erkrankung.

Hörsturz erkennen

Ein Hörsturz äußert sich darin, dass die Betroffenen plötzlich auf einem Ohr weniger hören. Sie nehmen ihre Umgebung einseitig gedämpft wahr, als hätten sie Watte im Ohr. Teilweise klingen Stimmen und Musik auch verfremdet. Dieses Phänomen kann ganz unterschiedliche Ausprägungen haben und vor einem leicht nachlassenden Schallempfinden bis zum kompletten Hörverlust reichen. Es wird meist von einem Druckgefühl und manchmal auch von einem Tinnitus-ähnlichen Ohrgeräusch begleitet und geht oft auch mit einem Tinnitus einher. Weitere Symptome bei einem Hörsturz können Schwindelattacken und Herz-Kreislauf-Beschwerden sein.

Ursachen

Über die genauen Ursachen eines Hörsturzes ist sich die Medizin bis heute uneins. Als Hauptauslöser gelten – wie bei einem Tinnitus – seelische Belastungen und Stress. Aber auch eine übermäßige Lärmbelastung kann zu einem Hörsturz führen. Zudem sind Übergewicht, Alkoholmissbrauch und Rauchen Risikofaktoren, die einen Hörsturz begünstigen können.

Behandlung

Bei Verdacht auf einen Hörsturz sollten die Betroffenen direkt einen HNO-Arzt aufsuchen. Denn bei einem Hörsturz gilt: Je früher er behandelt wird, desto besser stehen die Heilungschancen. Der Arzt stellt eine Diagnose per Ausschlussverfahren mittels Ohrmikroskopie und Hörtest und behandelt die Erkrankung meist mit durchblutungsfördernden Medikamenten. Ein anhaltender Hörsturz kann mit einem Hörgerät behandelt werden. Ebenso entscheidend ist es jedoch, langfristig die Risikofaktoren wie hohe Cholesterinwerte, Diabetes, Übergewicht, Stress und Bluthochdruck zu bekämpfen.

Mittelohrentzündung

Eine Mittelohrentzündung wird meist von Bakterien, manchmal auch von Viren ausgelöst. Am häufigsten sind davon Säuglinge und Kleinkinder betroffen. Sie leiden unter Fieber und Ohrenschmerzen, die meist nach einem Trommelfell-Riss zurückgehen. Dann kann der Eiter über den Gehörgang nach außen abfließen. Gefährlich wird eine Mittelohrentzündung, wenn sie nicht innerhalb von wenigen Tagen abklingt und behandelt wird. Chronische Entzündungen können zu ernsthaften Komplikationen führen, wenn beispielsweise die angrenzenden Knochen angegriffen werden. In einem solchen Fall ist häufig sogar ein operativer Eingriff notwendig.

Krankheitsverlauf bei einer Mittelohrentzündung

Eine akute Mittelohrentzündung (lat. Otitis media acuta) fängt häufig mit einem harmlosen Schnupfen an. Aus dem Nasen-Rachen-Raum gelangen Viren ins Mittelohr und entzünden die Schleimhaut. Dadurch wird die Schwingungsfähigkeit des Trommelfells eingeschränkt, sodass es den Schall nicht mehr richtig weiterleitet. Die Betroffenen klagen über heftige Ohrenschmerzen, Schwäche, ein Druckgefühl im Ohr, Schwindel, Fieber, Kopfschmerzen und manchmal auch Ohrgeräusche. Meist ist der Warzenfortsatz gerötet und angeschwollen. Kommt es zu einem Riss oder Loch im Trommelfell, fließt Eiter aus dem Ohr, was die Ohrenschmerzen meist lindert. Kinder sollten bei Ohr-Schmerzen einem HNO-Arzt vorgestellt werden.

Eine Mittelohrentzündung behandeln und vorbeugen

Klagen Kinder über Ohrenschmerzen, sollten ihre Eltern nicht zögern, sondern mit ihnen sofort zum HNO-Arzt gehen. Dieser untersucht das Ohr mit einem Otoskop, einem Ohrenspiegel mit Lupe und Licht. Stellt er die Diagnose Mittelohrentzündung, setzt er meist Schmerzmittel und Antibiotikum zur Behandlung ein. In manchen Fällen schneidet der Arzt (mit örtlicher Betäubung) das Trommelfell ein, damit die angesammelte Flüssigkeit ablaufen kann, was die Schmerzen direkt lindert. Die Eltern können die Heilung mit Hausmitteln unterstützen, zum Beispiel mit einer geschnittenen Zwiebel, die ihre Kinder in einem Tuch an ihr Ohr halten. Die antibakterielle Wirkung trägt zum Abklingen der Entzündung bei. Eine Rotlichtlampe zur Bestrahlung des Ohrs hilft gegen die Schmerzen. Wird die Entzündung chronisch, kann sie zu einem Hörverlust führen und muss mit einem Hörgerät behandelt werden.

Dem können Eltern vorbeugen, indem jede Mittelohrentzündung mit ärztlicher Hilfe auskuriert wird und sie mit ihren Kindern die empfohlenen Impftermine wahrnehmen.

Eine Gehörgangsentzündung entsteht meist beim Baden Doch nicht nur das Mittelohr, auch die Haut im äußeren Gehörgang – also zwischen Ohrmuschel und Trommelfell – kann sich entzünden. Eine solche Gehörgangsentzündung (Otitis externa) entsteht in der Regel durch häufige Schwimmbadbesuche oder Tauchgänge, aber auch durch kleinste Verletzungen im Gehörgang. Diese entstehen etwa durch das Säubern der Ohren mit Fingern, Wattestäbchen oder anderen Gegenständen. Eine dadurch verursachte Infektion mit Bakterien, Viren oder Pilzen führt zu Juckreiz und Ohrenschmerzen bis hin zu eitrigen oder blutigen Absonderungen. Zur Behandlung verwendet der HNO-Arzt meist antibiotische und entzündungshemmende Ohrentropfen. Dann sind die Symptome oft in wenigen Tagen abgeklungen.

Hörverlust bei Kindern

Ein gesundes Gehör ist für Kinder unersetzlich, damit sie sich geistig und sozial normal entwickeln können. Daher kommt Eltern die Aufgabe zu, eine Schwerhörigkeit frühestmöglich zu erkennen, behandeln zu lassen und auf einen sorgsamen Umgang mit dem eigenen Gehör zu achten. 

Neugeborenen-Hörscreening: gut hören von Anfang an

Eine Hörminderung ist die häufigste angeborene Sinnesstörung. Je früher sie behandelt wird, desto größer sind die Heilungschancen und die Möglichkeiten, dass die betroffenen Kinder sich unbeeinflusst von ihrer Schwerhörigkeit gesund entwickeln. Um dies zu gewährleisten, besteht für Neugeborene seit 2009 ein gesetzlicher Anspruch auf das sogenannte Neugeborenen-Hörscreening. Mit dieser Untersuchung wird unmittelbar nach der Geburt festgestellt, ob ein Kind gut hört – was für die frühkindliche Entwicklung und vor allem den Spracherwerb entscheidend ist. Dabei wird mittels Hirnstamm- Audiometrie die Reaktion des Gehirns auf einen Sondenton gemessen. Dazu werden kleine Elektroden auf Stirn, Nacken und Wangen des Babys geklebt oder ein Gerät mit integrierten Elektroden verwendet. Misst das Gerät eine Hirnreaktion auf den Ton, sind Mittelohr, Höhrschnecke, Hörnerv und der untere Teil der Hörbahn intakt. Diese Untersuchung ist für das Baby schmerzfrei und kann sogar durchgeführt werden, wenn es schläft.

Eltern hören für ihre Kinder

Gerade, weil Babys noch nicht selbst sagen können, ob sie etwas hören oder nicht, ist vor allem in den ersten Lebensmonaten erhöhte Aufmerksamkeit von den Eltern gefordert. Wendet sich das Kind beispielsweise nicht zu einer Geräuschquelle wie einer Rassel hin oder reagiert es nicht auf die unmittelbare Ansprache, sollten die Eltern das Gehör ihres Kindes untersuchen lassen. Auch danach ist es Aufgabe der Eltern, ihren älteren Kindern einen verantwortungsvollen Umgang mit ihrem Gehör vorzuleben. Spätestens im Teenager-Alter sollten Eltern ihre Kinder darüber informieren, welche Schäden sie ihren Ohren zufügen, wenn sie sich ohne Gehörschutz über Stunden lauter Musik aussetzen und welche Kopfhörer beispielsweise dazu geeignet sind, Musik mit dem Smartphone zu hören.

Knalltrauma

Ein Schuss, ein Feuerwerkskörper, der direkt neben uns explodiert, ein sich öffnender Airbag, ein Blitzeinschlag, ein heftiger Schlag aufs Ohr – Auslöser eines Knalltraumas sind meist kurze, extrem laute Geräusche über 135 dB. Die Folge ist eine Überlastung und Schädigung der feinen Haarzellen im Innenohr. Denn grundsätzlich gilt: Lärm schadet dem Gehör. Egal, ob es sich um stundenlange zu laute Musik oder um wenige Millisekunden zu hohen Schalldruck handelt.

Ein Knalltrauma erkennen

Die Betroffenen empfinden ähnliche Symptome wie bei einem Tinnitus: Ohrgeräusche und ein plötzlicher Hörverlust. Hinzu kommen meist eine hohe Geräuschempfindlichkeit, Schwindel und Gleichgewichtsstörungen. Diese Beschwerden werden allerdings oft nach wenigen Tagen besser.

Ein Knalltrauma behandeln

Zeigt sich keine Besserung, sollten die Betroffenen unbedingt einen HNO-Arzt aufsuchen. Der wird mittels Audiogramm feststellen, dass bei seinem Patienten die Spanne zwischen Hör- und Schmerzschwelle kleiner ist als bei normal Hörenden, weil die Haarzellen im Ohr beschädigt wurden, die die Geräusche abdämpfen. Daher sind Knalltrauma-Patienten oft besonders geräuschempfindlich, weil die natürliche Dämpfungsfunktion ihres Gehörs nicht mehr funktioniert. Der Arzt hat verschiedene Therapiemöglichkeiten, um ein Knalltrauma zu behandeln: Am häufigsten kommen eine hämorheologische Infusionstherapie oder hyperbare Sauerstofftherapie zum Einsatz. Auch Kortison-Infusionen können die Regeneration geschädigter Haarzellen unterstützen. Dabei gilt: Je früher ein Knalltrauma behandelt wird, desto größer stehen die Chancen für eine vollständige Wiederherstellung der Hörfähigkeit. Bei einem permanenten Knalltrauma können die Betroffenen ein Hörgerät tragen, damit sie auch hohe Töne wieder hören.

Was tun bei Anzeichen einer Hörminderung?

Diagnose entscheidet über Therapie: Um welchen Typus von Schwerhörigkeit es sich im Einzelfall handelt, stellt ein HNO-Arzt fest. Schwerhörigkeit ist ein Symptom, hinter dem sich eine Vielzahl von Erkrankungen verbergen können, banale und gefährliche. Eine solche Erkrankung muss bis zur Heilung ärztlich begleitet werden. Die jeweilige Diagnose entscheidet dann über die optimale Therapie. Manchmal ist akut auftretende Schwerhörigkeit auch nur die Folge einer Verstopfung des Gehörgangs, weil ein Ohrenschmalzpfropfen nach innen gerutscht ist – der klassische Fall einer Schallleitungsschwerhörigkeit. Die befreiende Therapie besteht dann aus nichts weiter als der ausgiebigen Ohrenspülung. Leider sind nicht alle Schwerhörigkeitsformen so einfach aus der Welt zu schaffen. Bei der Schallempfindungsschwerhörigkeit beispielsweise sind es zumeist Haarzellen in der Hörschnecke, die in ihrer Funktionsfähigkeit beeinträchtigt sind. Als optimale Therapie empfiehlt sich hierbei in den meisten Fällen ein individuell angepasstes Hörgerät. Je nach Stadium, Schweregrad und individuellen anatomischen Voraussetzungen kommen verschiedene Hörgeräte in Betracht.

Der HNO- Arzt an Ihrer Seite

Um organisch bedingte Ursachen einer Schwerhörigkeit abzuklären, beginnt die Untersuchung beim HNO- Arzt meist mit der Aufnahme der Krankengeschichte. Dabei mögliche familiäre Vorbelastungen sowie um die berufliche Tätigkeit und die Freizeitgestaltung. Anschließend erfolgt eine ausführliche Untersuchung vom Hals, Nase und Ohren. Dazu gehört die visuelle Untersuchung mit einem Ohrenmikroskop, die Veränderungen im Gehörgang und am Trommelfell offenbart. Ausführliche und absolut schmerzfreie Hörtests geben im weiteren Verlauf Auskunft über das Wahrnehmungsvermögen von Lautstärke und Frequenzen sowie über das Sprachverständnis. Untersucht werden zudem die Druckverhältnisse im Gehörkanal und die Funktionsfähigkeit der Gehörknöchelchen. Auch notwendige computergestüzte Diagnoseverfahren sind für Patienten schmerzfrei und eignen sich daher auch für Babys und Kleinkinder. Gegebenenfalls sind weitere labormedizinische Untersuchungen notwendig – beispielsweise Bluttest, um etwaige Stoffwechselkrankheiten zu erkennen.