Hörverluste & Symptome

Eingeschränktes Hörvermögen kommt in jedem Lebensalter
vor – bei Kindern und Jugendlichen genauso wie bei Erwachsenen und Senioren. Nach den Kriterien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) liegt die Häufigkeit von Schwerhörigkeit in Deutschland bei
16 Prozent der erwachsenen Bevölkerung. Ab einem Alter von 70 Jahren liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Schwerhörigkeit bei etwa 50 Prozent. (Quelle von Goblenz/Holube, 2015) Weltweit sind ca. 500 Millionen Menschen von Hörminderung betroffen.


360 Millionen laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) leiden sogar an einer mittel- oder hochgradigen Schwerhörigkeit. Auch wenn eine Hörminderung in jedem Alter entstehen kann, sind Personen über 50 Jahre jedoch besonders davon betroffen.


Unter den chronischen Krankheiten rangiert Hörminderung an dritter Stelle. Eine Hörminderung weist keine äußerlichen Merkmale auf und entsteht in der Regel schleichend. Daher wird sie oftmals von der betroffenden Person und ihren Angehörigen und Freunden nicht erkannt und angemessen behandelt. Arten des Hörverlustes Es gibt verschiedene Arten des Hörverlustes:

Außen- und Mittelohr

Wenn die Funktion von Außen- oder Mittelohr gestört ist, spricht man von einer Schallleitungs- Schwerhörigkeit. Diese kann oft chirurgisch oder medizinisch behoben werden. 


In Einzelfällen empfiehlt sich auch ein Hörsystem.

Innenohr

Wenn die Ursache Ihrer Schwerhörigkeit im Bereich von Innenohr und Hörnerv liegt ( Innenohr- Schwerhörigkeit), sind häufig die Haarsinneszellen beschädigt und können daher die Schallwellen nicht richtig weiter verarbeiten.

In diesem Fall helfen Ihnen moderne Hörsysteme, indem Sie die Schallimpulse verstärken.

Symptome: Woran man eine Hörminderung erkennt:

• Telefon- oder Türklingel wird häufiger überhört

• Geräusche, die früher als störend empfunden wurden, werden nicht mehr wahrgenommen (z.B. Lüfter-Geräusch vom Computer, das Knacken beim Blinkersetzten, Piepsen der Mikrowelle oder zeitweiliges Kühlschrankbrummen)

• Keine Reaktion auf Naturgeräusche beim Spaziergang im Freien wie Vogelstimmen oder das Rauschen der Blätter im Wald.

• Fernseher, Radio und Stereoanlage laufen lauter als gewöhnlich.

• Besonders häufige Nachfragen am Telefon

Je früher desto besser. Hörveränderungen erkennen und verstehen. In den meisten Fällen setzt sie schleichend ein und wird anfangs nicht wahrgenommen. Die gewohnten Eindrücke bleiben zunächst scheinbar unverändert und viele Menschen nehmen die ersten Anzeichen einer Hörminderung über lange Zeit gar nicht oder fast nicht wahr und ignorieren sie deshalb.

Manche betroffene verdrängen das Problem auch und wollen die fortschreitende Abnahme ihrer Hörfähigkeit nicht wahrhaben. Die ersten Anzeichen eines langsam nachlassenden Hörvermögens sind oft schwer zu erkennen – denn das, was Sie nicht mehr hören, ergänzt Ihr Gehirn zunächst einfach anhand von gespeicherten Erfahrungen. Langfristig jedoch verliert es die Fähigkeit, Schallsignale zu erkennen uns zu entschlüsseln. Deshalb gilt: Je früher eine Hörminderung erkannt wird, desto eher kann sie versorgt und eine sich ggf. auslösende Erkrankung diagnostiziert und behandelt werden.

Je nach Ursache, Art und Schweregrad eines Hörverlustes kann nicht nur das Lautstärkeempfinden betroffen sein, sondern auch die Wahrnehmung bestimmter Tonhöhen. Bei den meisten Hörverlusten werden zuerst die hohen Frequenzen stetig leiser, zum Beispiel das Rauschen des Windes oder Zwitschern der Vögel – bis sie schließlich ganz aus dem gewohnten Höreindruck verschwinden. Danach wird es immer schwieriger, Sprache zu verstehen. Oftmals können Sie vor allem in geräuschvollen Situationen, wie z.B. in einer Menschenmenge, hohe, stimmlose Konsonanten nicht mehr klar erkennen und müssen häufig nachfragen. Weil Ihr Gehirn ständig versucht, das nicht mehr Gehörte zu ergänzen, ermüden Sie schnell. Kommunikation wird anstrengend für Sie. Wird ein Hörverlust über längere Zeit nicht versorgt, muss Ihr Gehirn erst wieder neu lernen, die Schallsignale richtig zu entschlüsseln. Deshalb empfehlen Hörexperten, das Hörvermögen bei den ersten Anzeichen überprüfen zu lassen.

Je länger Sie warten, desto schwieriger wird es, einen Hörverlust ausgeglichen.

Fehlende Frequenzen im Gespräch

Wer hohe Töne nur noch eingeschränkt wahrnimmt, unterliegt charakteristischen Missverständnissen im Gespräch. Vor allem stimmlose Mitlaute mit hohem Geräuschanteil wie S,Fund SCH werden verwechselt und der Sinn des Gesagten wird mitunter erheblich entstellt. Beispiele für eine Verwechslungsgefahr sind unter anderem „Ei“ und „Eis“, „Baum“ und „Raum“, „Sand“ und „Hand“ oder „Laus“, „Maus“ und „Haus“. 

Eine unbehandelte Schwerhörigkeit hat Folgen.

In verschiedenen wissenschaftlichen Studien haben Forscher den Zusammenhang zwischen Hörvermögen und Gedächtnisleistung untersucht. Das Ergebnis: Menschen, die ihren Hörverlust nicht ausgleichen, haben ein 24% höheres Risiko für kognitive Beeinträchtigungen weil das Gedächnis schneller abbaut. Durch den beschleunigten kognitiven Leistungsverlust kann eine Depression begünstigt sowie das Sturzrisiko erhöht werden. Wenn es darum geht, im Alter die Lebensqualität zu erhalten, sind Hörsysteme auch deshalb ein zentraler Faktor. 

Machen Sie den Hörtest. 

Kontrolle ist die beste Vorsorge. Wir können Ihre Hörfähigkeit detailliert erfassen, beurteilen und Ihnen individuelle Lösungen empfehlen. Ob Ihre Hörfähigkeit bereits abnimmt, lässt sich nur anhand eines Gesamtbilds Ihres individuellen Hörvermögens beurteilen. Bei einem Hörtest wird deshalb Ihre Hörfähigkeit in verschiedenen Tonhöhen überprüft. Das Ergebnis ist ein sogenanntes Audiogramm. Auf dessen Basis lässt sich sicher beurteilen, ob und wenn ja welches Hörsystem Sie benötigen und wie es eingestellt sein muss.

Hörgeräteträger beugen vor

Eine Hörminderung erschwert die Kommunikation und belastet die zwischenmenschlichen Beziehungen. 88 Prozent der Teilnehmer einer repräsentativen Umfrage von TNS Infratest erkennen im nicht optimalen Hören eine Quelle starker Beeinträchtigung für soziale Beziehungen. Mit gut angepassten Hörsystemen kann diesen Problemen vorgebeugt werden.

Hörgeräte verringern das Sturzrisiko

Bereits eine Hörminderung ab 25 Dezibel erhöht das Risiko zu Stürzen um nahezu das Dreifache. Das ist das Ergebnis einer US-amerikanischen Studie, die ebenfalls nahelegt, dass das Sturzrisiko für Hörgeminderte mit angepassten Hörgeräten erheblich sinkt.

Hörgeräte erhalten die Vitalität

Hörgeräte helfen schwerhörigen Menschen zudem, ihre Vitalität und körperliche Leistungsfähigkeit zu bewahren: Studien erkennen einen Zusammenhang zwischen Schwerhörigkeit und geminderter körperlicher Funktionalität. Demnach kann das Invaliditätsrisiko älterer Menschen bei unbehandelter Schwerhörigkeit um 31 Prozent steigen.

Hörgeräte erhalten die kognitive Leistungsfähigkeit

Eine französische Langzeitstudie dokumentiert den Zusammenhang einer unversorgten Schwerhörigkeit mit einem beschleunigten kognitiven Verfall bei älteren Erwachsenen. Bei den Untersuchungsteilnehmern, die Hörgeräte tragen, konnte beobachtet werden, dass dies dem kognitiven Verfall entgegenwirkt.

Hörgeräte verringern das Risiko von Depressionen

und Einsamkeit Eine Untersuchung von Menschen im Alter von 18 bis 70 Jahren belegte, dass das Risiko einer schweren Depression mit fünf Prozent pro Dezibel Hörverlust ansteigt. Die Wahrscheinlichkeit von Einsamkeitsgefühlen wuchs sogar mit sieben Prozent pro Dezibel. Die Versorgung einer Schwerhörigkeit mit Hörgeräten hilft diese Risiken zu verringern.